C1 · Unit 11
Globalisierung & Migration
Komplexe Konnektoren · Kausal-/Konzessivnuance
🎯 Globalisierung und Migration aus mehreren Perspektiven beleuchten und zu einer kohärenten, mehrdimensionalen Argumentation verbinden.
Wortschatz: Globalisierung
14 minDie globale Wirtschaft ist ein Netz aus Lieferketten, Verflechtungen und Arbeitsteilung. Präzise Begriffe machen die abstrakten Zusammenhänge greifbar.
- die Globalisierung — globalisationDie Globalisierung hat Gewinner und Verlierer hervorgebracht.
- der Welthandel — world tradeDer Welthandel reagiert empfindlich auf Krisen.
- die Lieferkette — supply chainEine unterbrochene Lieferkette legt ganze Branchen lahm.
- die Verflechtung — interconnection / entanglementDie wirtschaftliche Verflechtung macht Länder verwundbar.
- die Arbeitsteilung — division of labourDie internationale Arbeitsteilung senkt Preise, verlagert aber Risiken.
- die Ausbeutung — exploitationNiedrige Preise beruhen mitunter auf Ausbeutung.
- das Gefälle — disparity / gradientDas Wohlstandsgefälle zwischen Nord und Süd bleibt gewaltig.
- der Standort — location / (business) siteKonzerne wählen den günstigsten Standort.
- der Nutznießer — beneficiaryNicht alle sind Nutznießer der Globalisierung.
- auslagern — to outsourceDie Produktion wurde in Billiglohnländer ausgelagert.
- profitieren — to profit / benefitVerbraucher profitieren von niedrigen Preisen.
- verflechten — to interweave / entangleDie Märkte sind eng miteinander verflochten.
- ausbeuten — to exploitRessourcen und Menschen werden gleichermaßen ausgebeutet.
- einbüßen — to forfeit / loseManche Regionen büßen ihre Industrie ein.
1. Ordnen Sie jedem Begriff die Definition zu.
- die Lieferkette
- die Arbeitsteilung
- das Gefälle
- der Nutznießer
2. Eher Vorteil oder eher Schattenseite der Globalisierung?
- wachsendes Wohlstandsgefälle
- niedrigere Preise
- größere Auswahl
- Ausbeutung
3. Was beschreibt „wirtschaftliche Verflechtung“?
Wortschatz: Migration
15 minMigration bewegt sich zwischen Herkunftsland und Aufnahmeland, zwischen Flucht und Perspektive. Kollokationen: Fuß fassen, eine neue Existenz aufbauen, Perspektiven eröffnen.
- die Migration — migrationMigration ist so alt wie die Menschheit selbst.
- die Flucht — flight / fleeingDie Flucht ist selten eine freie Entscheidung.
- das Herkunftsland — country of originViele schicken Geld ins Herkunftsland zurück.
- das Aufnahmeland — host countryDas Aufnahmeland profitiert oft von den Zugewanderten.
- die Zuwanderung — immigrationOhne Zuwanderung schrumpft die Bevölkerung.
- die Perspektive — prospect / perspectiveWer keine Perspektive sieht, wandert aus.
- die Ansiedlung — settlementDie Ansiedlung gelingt leichter mit Sprachkenntnissen.
- Fuß fassen — to gain a footholdEs dauert, bis man in einem neuen Land Fuß fasst.
- eine neue Existenz aufbauen — to build a new lifeSie hat sich hier eine neue Existenz aufgebaut.
- Perspektiven eröffnen — to open up prospectsBildung eröffnet Perspektiven, die sonst verschlossen blieben.
- auf der Flucht sein — to be on the run / fleeingMillionen Menschen sind weltweit auf der Flucht.
- grenzüberschreitend — cross-borderMigration ist ein grenzüberschreitendes Phänomen.
- abgeschottet — sealed offKein Land bleibt auf Dauer abgeschottet.
- vielfältig — diverseDie Beweggründe für Migration sind vielfältig.
1. Ordnen Sie der Wendung die Bedeutung zu.
- Fuß fassen
- eine neue Existenz aufbauen
- Perspektiven eröffnen
- auf der Flucht sein
2. Bezieht sich der Begriff auf das Herkunfts- oder das Aufnahmeland?
- Auswanderung
- Zuwanderung
- Perspektivlosigkeit vor Ort
- Integration
3. verkürzt → differenziert
Die kommen alle nur wegen des Geldes.
Wortschatz: Perspektiven & Bewertung
15 minEin komplexes Thema verlangt mehrdimensionale Betrachtung: Man beleuchtet verschiedene Sichtweisen, meidet Zerrbilder und formuliert ausgewogen.
- der Blickwinkel — point of view / angleAus einem anderen Blickwinkel erscheint alles anders.
- die Sichtweise — viewpointBeide Sichtweisen haben ihre Berechtigung.
- das Zerrbild — distorted imageDie Debatte arbeitet oft mit Zerrbildern.
- die Wechselseitigkeit — reciprocityIntegration beruht auf Wechselseitigkeit.
- das Missverhältnis — imbalance / disproportionEs besteht ein Missverhältnis zwischen Nutzen und Lasten.
- einseitig — one-sidedEine einseitige Darstellung wird dem Thema nicht gerecht.
- mehrdimensional — multidimensionalDas Problem ist mehrdimensional, nicht schwarz-weiß.
- wechselseitig — mutual / reciprocalDer Nutzen ist wechselseitig.
- ausgewogen — balancedEine ausgewogene Analyse nennt Vor- und Nachteile.
- differenziert — differentiated / nuancedEr argumentiert erfreulich differenziert.
- verschärfen — to aggravate / intensifyKrisen verschärfen bestehende Ungleichheiten.
- abmildern — to mitigate / softenGezielte Politik kann Härten abmildern.
- beleuchten — to illuminate / examineDer Artikel beleuchtet das Thema von mehreren Seiten.
- berücksichtigen — to take into accountMan muss auch die Perspektive der Herkunftsländer berücksichtigen.
1. Ordnen Sie das Adjektiv seinem Gegenteil zu.
- einseitig
- pauschal
- eindimensional
- einseitig (Nutzen)
2. Fördert der Begriff eine faire oder eine verzerrte Darstellung?
- Zerrbild
- einseitig
- differenziert
- ausgewogen
3. Was kennzeichnet eine „mehrdimensionale“ Argumentation?
Grammatik: Komplexe Konnektoren
18 minFür mehrdimensionale Texte braucht es präzise Konnektoren: - kausal: *da*, *zumal* (verstärkter Grund), *angesichts + Genitiv* - konsekutiv (Folge): *infolgedessen*, *demzufolge*, *mithin*, *folglich* - konzessiv: *wenngleich*, *gleichwohl*, *ungeachtet + Genitiv* - adversativ (Gegensatz): *wohingegen*, *indes*, *demgegenüber* - modal (Mittel): *indem*, *dadurch, dass* - doppelt: *sowohl … als auch*, *weder … noch*, *nicht nur … sondern auch*, *einerseits … andererseits*, *je … desto* Beachten Sie die Stellung: *wohingegen*, *wenngleich* leiten Nebensätze ein (Verb ans Ende); *infolgedessen*, *gleichwohl* stehen im Hauptsatz (Verb an Position 2).
- infolgedessen — as a consequenceDie Lieferkette brach; infolgedessen stiegen die Preise.
- zumal — especially sinceDer Standort lohnt sich, zumal die Löhne dort niedrig sind.
- wohingegen — whereasVerbraucher profitieren, wohingegen viele Beschäftigte verlieren.
1. Welche Beziehung stellt der Konnektor her?
- zumal
- infolgedessen
- angesichts
- wohingegen
2. Verbinden Sie kausal-konsekutiv mit „infolgedessen“.
Die Nachfrage brach ein. Viele Betriebe mussten schließen.
3. Verbinden Sie adversativ mit „wohingegen“.
Die Konzerne profitieren stark. Die Beschäftigten profitieren kaum.
4. Verbinden Sie modal mit „indem“.
Firmen senken Kosten. Sie verlagern die Produktion.
5. Verbraucher profitieren, ___ viele Beschäftigte verlieren. (adversativer Nebensatz-Konnektor)
Kommunikation: Mehrere Perspektiven
16 minWer souverän diskutiert, spielt bewusst mehrere Perspektiven durch — die der Verbraucher, der Beschäftigten, der Herkunftsländer — und verbindet sie mit komplexen Konnektoren.
Rana: Aus Sicht der Verbraucher ist die Globalisierung ein Segen — billige Waren, große Auswahl.
Ole: Wohingegen aus Sicht mancher Beschäftigter das Gegenteil gilt.
Rana: Und die Herkunftsländer? Die profitieren durch Investitionen, zumal Arbeitsplätze entstehen.
Ole: Zugleich aber werden Ressourcen ausgebeutet — es ist also ambivalent.
Rana: Genau deshalb greift jedes einseitige Urteil zu kurz.
Ole: Dem stimme ich zu — man muss alle Seiten berücksichtigen.
Diskussion: Globalisierung
Tap to listen.
🎙 Beleuchten Sie die Frage „Nützt oder schadet Migration dem Aufnahmeland?“ aus mindestens drei Perspektiven (z. B. Wirtschaft, Gesellschaft, Herkunftsländer). Verbinden Sie sie mit komplexen Konnektoren.
- Aus wirtschaftlicher Sicht …, zumal …
- Gesellschaftlich betrachtet hingegen …
- Nicht zu vergessen ist die Perspektive der Herkunftsländer; infolgedessen …
- Eine einseitige Antwort greift daher zu kurz.
1. Bringen Sie die Diskussion in eine sinnvolle Reihenfolge.
Tap the tiles below…2. Ordnen Sie der Absicht das Redemittel zu.
- eine Perspektive einführen
- kontrastieren
- einen Grund verstärken
- Einseitigkeit zurückweisen
Hören: Kontroverse Talkrunde
15 minIn Talkrunden signalisiert die Betonung von Konnektoren („allerdings“, „gerade deshalb“) den Argumentationsverlauf. Achten Sie darauf, wo jemand kontert und wo er zuspitzt.
Talkrunde
Tap to listen.
1. Wie kontert der Sprecher das Kostenargument?
2. Welche Struktur verwendet die Sprecherin?
Hören
Tap to listen.
3. Die betonte Gegenüberstellung „kurzfristig … langfristig jedoch …“ signalisiert einen adversativen Zusammenhang.
4. Das betonte „gerade deshalb“ leitet …
Lesen: Globalisierung — für wen?
16 minLesen Sie den Kommentar: „Ob die Globalisierung nützt oder schadet, hängt entscheidend davon ab, wen man fragt. Aus Sicht der Verbraucher in den Industrieländern ist sie ein Gewinn, denn nie waren Waren billiger und vielfältiger. Für viele Beschäftigte hingegen bedeutet dieselbe Entwicklung Unsicherheit, zumal ganze Branchen abwandern. Die Herkunftsländer wiederum profitieren von Investitionen, tragen aber die ökologischen Lasten. Wer also pauschal urteilt, verkennt, dass Gewinn und Verlust ungleich, aber wechselseitig verteilt sind. Nicht die Globalisierung als solche ist das Problem, sondern die Frage, nach welchen Regeln sie gestaltet wird.“
1. Der Autor kommt zu einem eindeutigen Pauschalurteil über die Globalisierung.
2. Worin sieht der Autor das eigentliche Problem?
3. Geben Sie die mehrperspektivische Argumentation des Autors in eigenen Worten wieder und verwenden Sie mindestens zwei komplexe Konnektoren (drei bis vier Sätze).
- Der Autor betrachtet die Globalisierung aus mehreren Perspektiven: Aus Sicht der Verbraucher …, wohingegen …
- Zumal …, kommt er zu dem Schluss, dass …
0 Wörter / 45Ich habe mehrere Perspektiven wiedergegeben. · Ich habe mindestens zwei komplexe Konnektoren verwendet. · Ich habe das differenzierte Fazit erfasst.
Üben: Perspektiven verbinden
14 minGemischte Übung — Konnektoren, Kontrast, Abwägung.
1. Verbinden Sie mit „nicht nur … sondern auch …“.
Migration betrifft die Wirtschaft. Migration betrifft die Kultur.
2. Verbinden Sie mit „je … desto …“.
Die Vernetzung ist eng. Die Verwundbarkeit ist groß.
3. Ordnen Sie dem Konnektor seine Funktion zu.
- zumal
- wohingegen
- infolgedessen
- indem
4. Welcher Satz ist am kohärentesten verbunden?
Üben: Ausgewogen argumentieren
14 minWeitere gemischte Übung — Struktur einer mehrdimensionalen Argumentation.
1. Ordnen Sie die Sätze zu einer ausgewogenen Analyse.
Tap the tiles below…2. Bilden Sie einen Satz mit doppeltem Konnektor.
Tap the tiles below…3. Ordnen Sie dem Diskursschritt das Redemittel zu.
- Betrachtet man es hingegen aus …
- Insgesamt ergibt sich …
- Aus Sicht der … betrachtet
- Demgegenüber steht …
4. einseitig → ausgewogen
Globalisierung ist einfach nur Ausbeutung.
Üben: Komplexe Konnektoren
14 minGrammatikfokus — Bedeutung und Satzstellung komplexer Konnektoren.
1. Der Absatz stieg stark; ___ wurde die Produktion ausgeweitet. (konsekutiv, Hauptsatz)
2. Der Standort ist attraktiv, ___ die Steuern dort niedrig sind. (verstärkter Grund)
3. Steht der Konnektor im Nebensatz (Verb am Ende) oder Hauptsatz (Verb an Position 2)?
- wenngleich
- demgegenüber
- infolgedessen
- wohingegen
4. Verbinden Sie konzessiv mit „ungeachtet + Genitiv“.
Obwohl es Widerstände gab, schritt die Globalisierung voran.
5. Welcher Satz verwendet den Konnektor korrekt (Satzstellung)?
Test & Wiederholung
20 minAbschlusstest der Einheit 11 — kein neuer Stoff.
1. Verbinden Sie adversativ mit „wohingegen“.
Die einen gewinnen. Die anderen verlieren.
2. Verbinden Sie konsekutiv mit „infolgedessen“.
Die Lieferketten brachen zusammen. Die Preise explodierten.
3. einseitig → mehrdimensional
Migration bringt nur Probleme.
4. Ordnen Sie den Konnektor der Beziehung zu.
- angesichts
- wohingegen
- folglich
- zumal
5. Schreiben Sie einen mehrperspektivischen Analyseabsatz zur Frage: „Ist Globalisierung gerecht?“ Beleuchten Sie mindestens drei Perspektiven und verwenden Sie mindestens drei komplexe Konnektoren.
- Ob Globalisierung gerecht ist, lässt sich nur mehrdimensional beantworten.
- Aus Sicht der Verbraucher …, zumal …
- Wohingegen viele Beschäftigte …; infolgedessen …
- Berücksichtigt man zudem die Herkunftsländer, so zeigt sich, dass …
0 Wörter / 85Ich habe mindestens drei Perspektiven eingenommen. · Ich habe mindestens drei komplexe Konnektoren verwendet. · Ich habe die Perspektiven zu einem Fazit verbunden. · Meine Argumentation ist ausgewogen, nicht einseitig.