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C1 · Unit 11
Globalisierung & Migration
Globalisierung und Migration aus mehreren Perspektiven beleuchten und zu einer kohärenten, mehrdimensionalen Argumentation verbinden.
Komplexe Konnektoren · Kausal-/Konzessivnuance · 11 lessons · about 171 min
- 1. Wortschatz (Vocabulary)Wortschatz: Globalisierung14 min
- 2. Wortschatz (Vocabulary)Wortschatz: Migration15 min
- 3. Wortschatz (Vocabulary)Wortschatz: Perspektiven & Bewertung15 min
- 4. Grammatik (Grammar)Grammatik: Komplexe Konnektoren18 min
- 5. Kommunikation (Communication)Kommunikation: Mehrere Perspektiven16 min
- 6. Hören (Listening)Hören: Kontroverse Talkrunde15 min
- 7. Lesen (Reading)Lesen: Globalisierung — für wen?16 min
- 8. Übung (Practice)Üben: Perspektiven verbinden14 min
- 9. Übung (Practice)Üben: Ausgewogen argumentieren14 min
- 10. Übung (Practice)Üben: Komplexe Konnektoren14 min
- 11. Übung (Practice)Test & Wiederholung20 min
Everything in this unit — words, grammar and dialogues
Wortschatz · Wortschatz: Globalisierung
Die globale Wirtschaft ist ein Netz aus Lieferketten, Verflechtungen und Arbeitsteilung. Präzise Begriffe machen die abstrakten Zusammenhänge greifbar.
- die Globalisierung — die weltweite Verzahnung von Märkten, Arbeit und Kapital (globalisation)Die Globalisierung hat Gewinner und Verlierer hervorgebracht.
- der Welthandel — der Austausch von Waren über Ländergrenzen hinweg (world trade)Der Welthandel reagiert empfindlich auf Krisen.
- die Lieferkette — alle Stationen, die ein Produkt bis zum Laden durchläuft (supply chain)Eine unterbrochene Lieferkette legt ganze Branchen lahm.
- die Verflechtung — dass Volkswirtschaften so verbunden sind, dass keine allein bestehen kann (interconnection / entanglement)Die wirtschaftliche Verflechtung macht Länder verwundbar.
- die Arbeitsteilung — dass jeder Ort nur einen Teil der Herstellung übernimmt (division of labour)Die internationale Arbeitsteilung senkt Preise, verlagert aber Risiken.
- die Ausbeutung — dass Menschen oder Rohstoffe für wenig Gegenleistung genutzt werden (exploitation)Niedrige Preise beruhen mitunter auf Ausbeutung.
- das Gefälle — der Abstand zwischen zwei Seiten, etwa bei Löhnen oder Wohlstand (disparity / gradient)Das Wohlstandsgefälle zwischen Nord und Süd bleibt gewaltig.
- der Standort — der Ort, an dem ein Unternehmen produziert oder seinen Sitz hat (location / (business) site)Konzerne wählen den günstigsten Standort.
- der Nutznießer — wer den Vorteil hat, ohne unbedingt beteiligt zu sein (beneficiary)Nicht alle sind Nutznießer der Globalisierung.
- auslagern — einen Teil der Arbeit nach außen oder ins Ausland geben (to outsource)Die Produktion wurde in Billiglohnländer ausgelagert.
- profitieren — einen Vorteil aus etwas ziehen (to profit / benefit)Verbraucher profitieren von niedrigen Preisen.
- verflechten — so verbinden, dass sich die Teile nicht mehr trennen lassen (to interweave / entangle)Die Märkte sind eng miteinander verflochten.
- ausbeuten — für wenig Gegenleistung bis an die Grenze nutzen (to exploit)Ressourcen und Menschen werden gleichermaßen ausgebeutet.
- einbüßen — etwas verlieren, das man vorher hatte (to forfeit / lose)Manche Regionen büßen ihre Industrie ein.
Wortschatz · Wortschatz: Migration
Migration bewegt sich zwischen Herkunftsland und Aufnahmeland, zwischen Flucht und Perspektive. Kollokationen: Fuß fassen, eine neue Existenz aufbauen, Perspektiven eröffnen.
- die Migration — das dauerhafte Wandern von Menschen über Grenzen (migration)Migration ist so alt wie die Menschheit selbst.
- die Flucht — das Weggehen, weil das Bleiben gefährlich wäre (flight / fleeing)Die Flucht ist selten eine freie Entscheidung.
- das Herkunftsland — das Land, aus dem jemand weggegangen ist (country of origin)Viele schicken Geld ins Herkunftsland zurück.
- das Aufnahmeland — das Land, in dem jemand neu ankommt (host country)Das Aufnahmeland profitiert oft von den Zugewanderten.
- die Zuwanderung — dass Menschen von außen dauerhaft ins Land kommen (immigration)Ohne Zuwanderung schrumpft die Bevölkerung.
- die Perspektive — eine begründete Aussicht darauf, wie es weitergehen kann (prospect / perspective)Wer keine Perspektive sieht, wandert aus.
- die Ansiedlung — das Sesshaftwerden an einem neuen Ort (settlement)Die Ansiedlung gelingt leichter mit Sprachkenntnissen.
- Fuß fassen — sich an einem neuen Ort einen festen Platz erarbeiten (to gain a foothold)Es dauert, bis man in einem neuen Land Fuß fasst.
- eine neue Existenz aufbauen — von vorn anfangen, mit Arbeit, Wohnung und Umfeld (to build a new life)Sie hat sich hier eine neue Existenz aufgebaut.
- Perspektiven eröffnen — jemandem Wege zeigen, die vorher verschlossen waren (to open up prospects)Bildung eröffnet Perspektiven, die sonst verschlossen blieben.
- auf der Flucht sein — unterwegs sein, weil man zu Hause nicht bleiben konnte (to be on the run / fleeing)Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht.
- grenzüberschreitend — über Landesgrenzen hinweg wirkend (cross-border)Migration ist ein grenzüberschreitendes Phänomen.
- abgeschottet — nach außen abgeriegelt und für niemanden zugänglich (sealed off)Kein Land bleibt auf Dauer abgeschottet.
- vielfältig — aus vielen verschiedenen Arten bestehend (diverse)Die Beweggründe für Migration sind vielfältig.
Wortschatz · Wortschatz: Perspektiven & Bewertung
Ein komplexes Thema verlangt mehrdimensionale Betrachtung: Man beleuchtet verschiedene Sichtweisen, meidet Zerrbilder und formuliert ausgewogen.
- der Blickwinkel — die Stelle, von der aus jemand eine Sache betrachtet (point of view / angle)Aus einem anderen Blickwinkel erscheint alles anders.
- die Sichtweise — die Art, wie jemand eine Sache sieht und deutet (viewpoint)Beide Sichtweisen haben ihre Berechtigung.
- das Zerrbild — ein Bild, das die Wirklichkeit ins Falsche zieht (distorted image)Die Debatte arbeitet oft mit Zerrbildern.
- die Wechselseitigkeit — dass beide Seiten geben und beide auch bekommen (reciprocity)Integration beruht auf Wechselseitigkeit.
- das Missverhältnis — dass zwei Größen nicht zueinander passen (imbalance / disproportion)Es besteht ein Missverhältnis zwischen Nutzen und Lasten.
- einseitig — nur von einer Seite her dargestellt (one-sided)Eine einseitige Darstellung wird dem Thema nicht gerecht.
- mehrdimensional — auf mehreren Ebenen zugleich zu betrachten (multidimensional)Das Problem ist mehrdimensional, nicht schwarz-weiß.
- wechselseitig — von beiden Seiten aufeinander wirkend (mutual / reciprocal)Der Nutzen ist wechselseitig.
- ausgewogen — so, dass beide Seiten angemessen vorkommen (balanced)Eine ausgewogene Analyse nennt Vor- und Nachteile.
- differenziert — mit Sinn für Unterschiede statt über einen Kamm geschoren (differentiated / nuanced)Er argumentiert erfreulich differenziert.
- verschärfen — einen Zustand härter und schwieriger machen (to aggravate / intensify)Krisen verschärfen bestehende Ungleichheiten.
- abmildern — die Härte einer Folge verringern (to mitigate / soften)Gezielte Politik kann Härten abmildern.
- beleuchten — eine Sache von mehreren Seiten sichtbar machen (to illuminate / examine)Der Artikel beleuchtet das Thema von mehreren Seiten.
- berücksichtigen — bei einer Entscheidung mit einbeziehen (to take into account)Man muss auch die Perspektive der Herkunftsländer berücksichtigen.
Grammatik · Grammatik: Komplexe Konnektoren
Für mehrdimensionale Texte braucht es präzise Konnektoren: - kausal: da, zumal (verstärkter Grund), angesichts + Genitiv - konsekutiv (Folge): infolgedessen, demzufolge, mithin, folglich - konzessiv: wenngleich, gleichwohl, ungeachtet + Genitiv - adversativ (Gegensatz): wohingegen, indes, demgegenüber - modal (Mittel): indem, dadurch, dass - doppelt: sowohl … als auch, weder … noch, nicht nur … sondern auch, einerseits … andererseits, je … desto Beachten Sie die Stellung: wohingegen, wenngleich leiten Nebensätze ein (Verb ans Ende); infolgedessen, gleichwohl stehen im Hauptsatz (Verb an Position 2).
- infolgedessen — und als Folge davon; leitet einen Hauptsatz ein (as a consequence)Die Lieferkette brach; infolgedessen stiegen die Preise.
- zumal — und das umso mehr, weil; schiebt eine zusätzliche Begründung nach (especially since)Der Standort lohnt sich, zumal die Löhne dort niedrig sind.
- wohingegen — während es umgekehrt so ist; steht im Nebensatz und stellt entgegen (whereas)Verbraucher profitieren, wohingegen viele Beschäftigte verlieren.
Kommunikation · Kommunikation: Mehrere Perspektiven
Wer souverän diskutiert, spielt bewusst mehrere Perspektiven durch — die der Verbraucher, der Beschäftigten, der Herkunftsländer — und verbindet sie mit komplexen Konnektoren.
Rana: Aus Sicht der Verbraucher ist die Globalisierung ein Segen — billige Waren, große Auswahl.
Ole: Wohingegen aus Sicht mancher Beschäftigter das Gegenteil gilt.
Rana: Und die Herkunftsländer? Die profitieren durch Investitionen, zumal Arbeitsplätze entstehen.
Ole: Zugleich aber werden Ressourcen ausgebeutet — es ist also ambivalent.
Rana: Genau deshalb greift jedes einseitige Urteil zu kurz.
Ole: Dem stimme ich zu — man muss alle Seiten berücksichtigen.
Hören · Hören: Kontroverse Talkrunde
In Talkrunden signalisiert die Betonung von Konnektoren („allerdings“, „gerade deshalb“) den Argumentationsverlauf. Achten Sie darauf, wo jemand kontert und wo er zuspitzt.
Lesen · Lesen: Globalisierung — für wen?
Lesen Sie den Kommentar: „Ob die Globalisierung nützt oder schadet, hängt entscheidend davon ab, wen man fragt. Aus Sicht der Verbraucher in den Industrieländern ist sie ein Gewinn, denn nie waren Waren billiger und vielfältiger. Für viele Beschäftigte hingegen bedeutet dieselbe Entwicklung Unsicherheit, zumal ganze Branchen abwandern. Die Herkunftsländer wiederum profitieren von Investitionen, tragen aber die ökologischen Lasten. Wer also pauschal urteilt, verkennt, dass Gewinn und Verlust ungleich, aber wechselseitig verteilt sind. Nicht die Globalisierung als solche ist das Problem, sondern die Frage, nach welchen Regeln sie gestaltet wird.“
Übung · Üben: Perspektiven verbinden
Gemischte Übung — Konnektoren, Kontrast, Abwägung.
Übung · Üben: Ausgewogen argumentieren
Weitere gemischte Übung — Struktur einer mehrdimensionalen Argumentation.
Übung · Üben: Komplexe Konnektoren
Grammatikfokus — Bedeutung und Satzstellung komplexer Konnektoren.
Übung · Test & Wiederholung
Abschlusstest der Einheit 11 — kein neuer Stoff.