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C1 · Unit 1
Sprache & Kommunikation
Sich über Sprache, Ausdruck und Kommunikation präzise, differenziert und registerbewusst äußern; feine Bedeutungsunterschiede erkennen und benennen.
Funktionsverbgefüge · Nominalstil · 11 lessons · about 171 min
- 1. Wortschatz (Vocabulary)Wortschatz: Ausdruck & Verständigung14 min
- 2. Wortschatz (Vocabulary)Wortschatz: Funktionsverbgefüge15 min
- 3. Wortschatz (Vocabulary)Wortschatz: Redewendungen & Register15 min
- 4. Grammatik (Grammar)Grammatik: Nominalstil & Funktionsverbgefüge18 min
- 5. Kommunikation (Communication)Kommunikation: In der Diskussion16 min
- 6. Hören (Listening)Hören: Tonfall & Ironie15 min
- 7. Lesen (Reading)Lesen: Sprache im Wandel16 min
- 8. Übung (Practice)Üben: Präzise formulieren14 min
- 9. Übung (Practice)Üben: Redemittel & Diskurs14 min
- 10. Übung (Practice)Üben: Nominalstil & FVG14 min
- 11. Übung (Practice)Test & Wiederholung20 min
Everything in this unit — words, grammar and dialogues
Wortschatz · Wortschatz: Ausdruck & Verständigung
Auf C1-Niveau geht es weniger um einzelne Wörter als um präzise Formulierungen und feine Bedeutungsnuancen. Achten Sie darauf, wie sich Äußerung, Andeutung und Anspielung unterscheiden — und wie der Tonfall die Aussage verändert.
- der Ausdruck — ein Wort oder eine Wendung, mit der man etwas benennt (expression / term)Für diesen Sachverhalt gibt es keinen treffenden Ausdruck.
- die Äußerung — etwas, das jemand gesagt oder geschrieben hat (utterance / statement)Seine Äußerung ließ sich auf zweierlei Weise deuten.
- die Nuance — ein sehr feiner Unterschied in Bedeutung oder Ton (nuance)Zwischen den beiden Begriffen liegt eine feine Nuance.
- die Redewendung — eine feste bildhafte Wendung, deren Sinn sich nicht aus den einzelnen Wörtern ergibt (idiom)Diese Redewendung lässt sich kaum wörtlich übersetzen.
- der Tonfall — die Art, wie die Stimme klingt und damit die Haltung verrät (tone (of voice))An ihrem Tonfall erkannte ich sofort die Ironie.
- die Anspielung — eine Bemerkung, die auf etwas zielt, ohne es zu benennen (allusion)Die Anspielung auf den Skandal blieb unausgesprochen.
- das Missverständnis — wenn jemand etwas anders auffasst, als es gemeint war (misunderstanding)Um Missverständnisse zu vermeiden, formuliere ich es genauer.
- die Verständigung — das Gelingen sprachlichen Austauschs zwischen Menschen (communication / mutual understanding)Ohne gemeinsame Sprache ist die Verständigung erschwert.
- die Formulierung — die konkrete sprachliche Fassung eines Gedankens (phrasing / wording)Eine vorsichtigere Formulierung wäre angebracht gewesen.
- die Auffassung — die Meinung, die jemand von einer Sache hat (view / opinion)Ich teile Ihre Auffassung nur zum Teil.
- andeuten — etwas nur vage zu erkennen geben, statt es klar zu sagen (to hint / imply)Sie deutete an, dass sie die Stelle wechseln wolle.
- umschreiben — einen Begriff erklären, ohne ihn selbst zu verwenden (to paraphrase)Wenn dir das Wort fehlt, umschreibe es einfach.
- betonen — einem Punkt im Satz besonderes Gewicht geben (to emphasise)Er betonte ausdrücklich die Vorläufigkeit der Zahlen.
- vermitteln — etwas so weitergeben, dass es beim anderen ankommt (to convey / mediate)Der Text vermittelt einen Eindruck von der Stimmung der Zeit.
Wortschatz · Wortschatz: Funktionsverbgefüge
Funktionsverbgefüge (FVG) sind feste Verbindungen aus einem Nomen und einem „blassen“ Verb: Kritik üben, in Frage stellen, Stellung nehmen. Sie klingen gehoben und schriftsprachlich — typisch für den Nominalstil wissenschaftlicher und offizieller Texte.
- in Frage stellen — die Gültigkeit von etwas ausdrücklich anzweifeln (to call into question)Die neue Studie stellt frühere Annahmen grundsätzlich in Frage.
- zur Sprache bringen — ein Thema in einem Gespräch von sich aus ansprechen (to bring up (a topic))Diesen Punkt sollten wir in der Sitzung zur Sprache bringen.
- in Betracht ziehen — eine Möglichkeit ernsthaft prüfen, bevor man entscheidet (to take into consideration)Auch diese Möglichkeit muss man ernsthaft in Betracht ziehen.
- Kritik üben — sich ablehnend über etwas äußern und Mängel benennen (to voice criticism)An dem Vorgehen wurde von mehreren Seiten Kritik geübt.
- Stellung nehmen — sich öffentlich für oder gegen eine Position erklären (to take a stance)Die Sprecherin wollte dazu nicht Stellung nehmen.
- zum Ausdruck bringen — ein Gefühl oder eine Haltung sprachlich sichtbar machen (to express)Damit brachte er sein Unbehagen deutlich zum Ausdruck.
- Bezug nehmen — sich in einer Äußerung ausdrücklich auf etwas Vorheriges beziehen (to refer to)Ich nehme Bezug auf Ihr Schreiben vom letzten Monat.
- in Anspruch nehmen — eine Leistung, ein Recht oder viel Zeit für sich beanspruchen (to make use of / claim)Er nahm die Beratung mehrere Stunden in Anspruch.
- Rücksicht nehmen — das eigene Handeln an den Bedürfnissen anderer ausrichten (to show consideration)Auf die Bedürfnisse der Anwohner wird kaum Rücksicht genommen.
- Wert legen auf — etwas für so wichtig halten, dass man darauf besteht (to attach importance to)Sie legt großen Wert auf eine präzise Wortwahl.
- die Wortwahl — die Entscheidung, welche Wörter man für eine Aussage nimmt (choice of words)Seine Wortwahl war für den Anlass zu salopp.
- der Sprachgebrauch — die Art, wie eine Gruppe ihre Sprache tatsächlich verwendet (language usage)Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch meidet man Übertreibungen.
- die Umgangssprache — die lockere Sprache des Alltags, nicht die der Schrift (colloquial language)In der Umgangssprache wird das Wort ganz anders verwendet.
- die Fachsprache — die genaue Sprache eines Berufs, die Laien fremd bleibt (technical / specialist language)Die Fachsprache erschwert Laien den Zugang zum Text.
Wortschatz · Wortschatz: Redewendungen & Register
Redewendungen verdichten eine Aussage bildhaft. Ihr Register ist entscheidend: Tacheles reden ist umgangssprachlich-direkt, sich kurzfassen neutral. Wer sie treffsicher einsetzt, wirkt idiomatisch — wer sie fehl am Platz verwendet, unfreiwillig komisch.
- um den heißen Brei reden — lange herumreden, statt den entscheidenden Punkt anzusprechen (to beat around the bush)Red nicht um den heißen Brei, sag mir die Wahrheit.
- den Nagel auf den Kopf treffen — mit einer Bemerkung genau das Richtige sagen (to hit the nail on the head)Mit dieser Bemerkung hast du den Nagel auf den Kopf getroffen.
- das Wort ergreifen — in einer Runde zu sprechen beginnen (to take the floor)Nach langem Schweigen ergriff sie schließlich das Wort.
- jemandem ins Wort fallen — einem Sprechenden dazwischenreden, bevor er fertig ist (to interrupt someone)Bitte fall mir nicht ständig ins Wort.
- zwischen den Zeilen lesen — aus einem Text heraushören, was nicht direkt dasteht (to read between the lines)Man muss zwischen den Zeilen lesen, um die Kritik zu erkennen.
- auf den Punkt bringen — einen Sachverhalt in einem einzigen klaren Satz fassen (to get to the point / sum up)Sie hat das Problem in einem Satz auf den Punkt gebracht.
- sich kurzfassen — wenig Worte machen und schnell zum Schluss kommen (to be brief)Ich fasse mich kurz: Wir sind dagegen.
- der Beleg — ein Nachweis, der eine Behauptung stützt (evidence / citation)Für diese Behauptung fehlt jeder Beleg.
- sinngemäß — dem Inhalt nach, aber nicht wörtlich wiedergegeben (in essence / paraphrased)Sie sagte sinngemäß, dass ihr die Zeit fehle.
- prägnant — kurz und zugleich treffend (concise / pithy)Die Überschrift ist kurz und prägnant.
- gestelzt — unnatürlich gehoben und deshalb steif (stilted)Sein Vortrag wirkte gestelzt und unnatürlich.
- salopp — betont locker, für offizielle Anlässe zu ungezwungen (casual / offhand)Für ein Bewerbungsschreiben ist der Ton zu salopp.
- nachvollziehbar — so dargestellt, dass man den Gedankengang mitgehen kann (comprehensible / understandable)Ihre Argumentation ist klar und nachvollziehbar.
- missverständlich — so formuliert, dass mehrere Deutungen möglich sind (ambiguous / open to misunderstanding)Die Anweisung war missverständlich formuliert.
Grammatik · Grammatik: Nominalstil & Funktionsverbgefüge
Der Nominalstil verlagert die Information vom Verb ins Nomen: - Verbalstil: Weil die Preise stiegen, sank die Nachfrage. - Nominalstil: Wegen des Anstiegs der Preise sank die Nachfrage. Häufige Umformungen: weil → wegen/aufgrund + Genitiv, nachdem → nach + Dativ, damit → zwecks/zum + Nomen. Funktionsverbgefüge sind die verbale Klammer dieses Stils: eine Entscheidung treffen, zur Anwendung kommen. Wichtig: Nominalstil wirkt präzise und distanziert, kann aber schwerfällig werden — dosieren Sie ihn.
- der Anstieg — das Größer- oder Höherwerden einer Menge oder eines Werts (rise / increase)Der Anstieg der Mieten belastet viele Haushalte.
- aufgrund — nennt den Grund für etwas und steht mit dem Genitiv (due to / on the basis of)Aufgrund technischer Störungen fällt der Zug aus.
- hinsichtlich — nennt den Aspekt, um den es geht; steht mit dem Genitiv (with regard to)Hinsichtlich der Kosten gibt es noch offene Fragen.
Kommunikation · Kommunikation: In der Diskussion
In einer moderierten Diskussion muss man das Wort ergreifen, höflich Bezug nehmen und Stellung nehmen, ohne anderen unnötig ins Wort zu fallen. Lesen Sie den Dialog und bringen Sie ihn anschließend in die richtige Reihenfolge.
Moderatorin: Herr Frei, wie stehen Sie zu der These, dass Fachsprache Laien ausschließt?
Frei: Ich möchte das differenzieren: Fachsprache schafft Präzision, kann aber tatsächlich ausgrenzen.
Weber: Wenn ich kurz Bezug nehmen darf — genau hier liegt das Problem.
Frei: Lassen Sie mich das bitte zu Ende führen.
Weber: Selbstverständlich, entschuldigen Sie.
Frei: Entscheidend ist, dass man dieselben Inhalte auch allgemeinverständlich zum Ausdruck bringen kann.
Hören · Hören: Tonfall & Ironie
Auf C1-Niveau trägt nicht nur der Wortlaut die Bedeutung, sondern der Sprechausdruck: Satzmelodie, Betonung und Pausen. Ein und derselbe Satz kann ernst, ironisch oder resigniert klingen. Achten Sie beim Hören auf das Wie, nicht nur auf das Was.
Lesen · Lesen: Sprache im Wandel
Lesen Sie den folgenden Kommentar: „Kaum ein gesellschaftliches Phänomen erhitzt die Gemüter so verlässlich wie der Sprachwandel. Während die einen jede Entlehnung aus dem Englischen als Verfall beklagen, verweisen die anderen darauf, dass sich Sprachen zu allen Zeiten gewandelt haben. Beide Lager übersehen dabei gern, dass Sprache kein Museumsstück ist, sondern ein Werkzeug, das seine Nutzer den eigenen Bedürfnissen anpassen. Nicht der Wandel selbst ist das Problem, sondern die Frage, ob Verständigung gelingt.“
Übung · Üben: Präzise formulieren
Gemischte Übung — kein neuer Wortschatz. Wählen, umformen, präzisieren.
Übung · Üben: Redemittel & Diskurs
Weitere gemischte Übung — Redemittel, Diskursstruktur und Idiomatik.
Übung · Üben: Nominalstil & FVG
Grammatikfokus — Nominalstil ⇄ Verbalstil und Funktionsverbgefüge.
Übung · Test & Wiederholung
Abschlusstest der Einheit 1 — kein neuer Stoff. Wenn Ihnen das meiste leichtfällt, sind Sie bereit für Einheit 2.