C1 · Unit 2
Wissenschaft & Forschung
Passiv-Varianten · Nominalisierung
🎯 Forschung und wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenfassen, präsentieren und mit Vorbehalten kritisch einordnen.
Wortschatz: Forschung & Erkenntnis
14 minWissenschaftliches Sprechen unterscheidet sorgfältig zwischen These, Hypothese und gesicherter Erkenntnis. Wer eine These aufstellt, muss sie belegen oder riskiert, widerlegt zu werden.
- die Forschung — researchDie Forschung steckt in diesem Bereich noch in den Anfängen.
- die Hypothese — hypothesisDie Hypothese ließ sich im Experiment nicht bestätigen.
- die These — thesis / claimEr verteidigte seine These mit zahlreichen Beispielen.
- die Erkenntnis — insight / findingDiese Erkenntnis stellt bisherige Annahmen infrage.
- der Nachweis — proof / evidenceEin eindeutiger Nachweis steht bislang aus.
- die Annahme — assumptionDie Rechnung beruht auf einer fragwürdigen Annahme.
- die Stichprobe — sampleDie Stichprobe war zu klein, um verlässlich zu sein.
- der Zusammenhang — connection / correlationEin kausaler Zusammenhang ist damit noch nicht bewiesen.
- die Wechselwirkung — interactionZwischen den Faktoren bestehen komplexe Wechselwirkungen.
- belegen — to substantiate / proveDiese Behauptung lässt sich mit Daten belegen.
- nachweisen — to demonstrate / proveEin Zusammenhang konnte statistisch nachgewiesen werden.
- widerlegen — to refuteDie Studie widerlegt eine weit verbreitete Annahme.
- erforschen — to investigate / researchDer Mechanismus ist bislang kaum erforscht.
- überprüfen — to verify / examineDie Ergebnisse müssen unabhängig überprüft werden.
1. Ordnen Sie jedem Begriff die Definition zu.
- die Hypothese
- die Erkenntnis
- die Stichprobe
- der Nachweis
2. Ordnen Sie jedem Verb ein Gegenteil oder eine Ergänzung zu.
- belegen
- aufstellen (These)
- vermuten
- erforschen
3. Was bedeutet „Korrelation ist nicht gleich Kausalität“?
Wortschatz: Methode & Kollokationen
15 minWissenschaftssprache lebt von festen Kollokationen: man *führt eine Studie durch*, *erhebt Daten* und *kommt zu einem Schluss*. Achten Sie auf das jeweils passende Verb.
- das Verfahren — procedure / methodDas Verfahren gilt als zuverlässig und reproduzierbar.
- die Erhebung — survey / data collectionDie Erhebung erfolgte anonym und freiwillig.
- die Auswertung — analysis / evaluationDie Auswertung der Daten dauerte mehrere Monate.
- die Aussagekraft — significance / explanatory powerDie Aussagekraft der Studie ist wegen der Fallzahl begrenzt.
- die Verzerrung — bias / distortionEine systematische Verzerrung kann das Ergebnis entwerten.
- der Durchbruch — breakthroughVon einem Durchbruch zu sprechen, wäre verfrüht.
- zu dem Schluss kommen — to reach the conclusionDie Autoren kommen zu dem Schluss, dass weitere Studien nötig sind.
- Daten erheben — to collect dataDie Daten wurden über zwei Jahre hinweg erhoben.
- eine Studie durchführen — to conduct a studyDie Studie wurde an drei Universitäten durchgeführt.
- zugrunde liegen — to underlieWelche Daten liegen dieser Grafik zugrunde?
- den Nachweis erbringen — to provide proofBisher konnte niemand den Nachweis erbringen.
- signifikant — significant (statistically)Der Unterschied ist statistisch signifikant.
- empirisch — empiricalDie These ist empirisch bislang nicht abgesichert.
- reproduzierbar — reproducibleEin Ergebnis muss reproduzierbar sein, um zu zählen.
1. Welches Verb passt? Ordnen Sie die Kollokation.
- eine Studie …
- Daten …
- zu einem Schluss …
- einen Nachweis …
2. Die Daten wurden über zwei Jahre ___. (Daten erheben — Partizip II)
3. Stärkt oder schwächt der Begriff die Aussagekraft einer Studie?
- unklare Methode
- Reproduzierbarkeit
- große Stichprobe
- systematische Verzerrung
Wortschatz: Bewerten & Relativieren
15 minWissenschaftliches Schreiben ist vorsichtig: Man relativiert, macht Einschränkungen und formuliert Vorbehalte. Adjektive wie vorläufig, umstritten oder stichhaltig signalisieren, wie belastbar eine Aussage ist.
- fundiert — well-foundedIhre Kritik ist sachlich fundiert.
- stichhaltig — cogent / validDas ist ein stichhaltiges Argument.
- plausibel — plausibleDie Erklärung klingt plausibel, ist aber unbewiesen.
- vorläufig — preliminaryEs handelt sich um vorläufige Ergebnisse.
- umstritten — contested / disputedDie Methode ist in der Fachwelt umstritten.
- fragwürdig — questionable / dubiousDie Schlussfolgerung erscheint methodisch fragwürdig.
- vermeintlich — supposed / allegedDer vermeintliche Beweis hielt der Prüfung nicht stand.
- die Einschränkung — limitation / qualifierMit einer wichtigen Einschränkung: Die Daten sind alt.
- der Vorbehalt — reservation / caveatIch stimme dem nur unter Vorbehalt zu.
- die Tragweite — scope / significanceDie Tragweite dieser Entdeckung ist noch nicht absehbar.
- die Verallgemeinerung — generalisationEine solche Verallgemeinerung lässt sich nicht rechtfertigen.
- relativieren — to qualify / put in perspectiveDie Autorin relativiert ihre eigene Aussage sofort wieder.
- einordnen — to contextualise / classifyMan muss die Zahlen in den historischen Kontext einordnen.
- zutreffen — to be accurate / applyDiese Beschreibung trifft nur teilweise zu.
1. Ordnen Sie das Adjektiv seiner Bedeutung zu.
- vorläufig
- umstritten
- stichhaltig
- vermeintlich
2. Signalisiert das Wort Sicherheit oder Vorbehalt?
- vorläufig
- unter Vorbehalt
- nachweislich
- eindeutig belegt
3. unvorsichtig → wissenschaftlich vorsichtig
Das beweist eindeutig, dass Kaffee gesund ist.
Grammatik: Passiv-Varianten & Passiversatz
18 minWissenschaftssprache bevorzugt das Passiv, weil der Handelnde oft unwichtig ist. - Vorgangspassiv: *Die Daten werden erhoben.* - Zustandspassiv: *Die Studie ist abgeschlossen.* - Passiversatzformen (Passiversatz): - *man*: *Man erhebt die Daten.* - *sich lassen*: *Das lässt sich nachweisen.* (= kann nachgewiesen werden) - *sein + zu + Infinitiv*: *Der Effekt ist kaum nachzuweisen.* - *-bar*: *Das Ergebnis ist reproduzierbar.* (= kann reproduziert werden)
- die Objektivität — objectivityVollständige Objektivität ist ein Ideal, kein Zustand.
- die Voraussetzung — prerequisiteEine saubere Methode ist die Voraussetzung für Vertrauen.
- gegenüberstellen — to juxtapose / contrastDer Autor stellt beide Positionen kritisch gegenüber.
1. Formen Sie den Aktivsatz ins Vorgangspassiv um.
Die Forscher erheben die Daten anonym.
2. Ersetzen Sie das Passiv durch „sich lassen“ (Passiversatz).
Der Zusammenhang kann nachgewiesen werden.
3. Ersetzen Sie das Passiv durch „sein + zu + Infinitiv“.
Der Effekt kann nur schwer gemessen werden.
4. Vorgangspassiv oder Zustandspassiv?
- Die Tür ist geöffnet.
- Die Tür wird geöffnet.
- Die Probe wird untersucht.
- Die Probe ist untersucht.
5. Dieses Ergebnis ist gut reproduzier___. (Passiversatz mit -bar)
Kommunikation: Ergebnisse präsentieren
16 minBeim Präsentieren von Forschung wechseln sich Vortrag und kritische Nachfrage ab. Man fasst zusammen, benennt Einschränkungen und antwortet sachlich auf Einwände.
Vortragende: Unsere Erhebung zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Schlaf und Konzentration.
Zuhörer: Bedeutet ein Zusammenhang hier auch schon eine Ursache?
Vortragende: Eine berechtigte Nachfrage. Kausalität lässt sich aus unseren Daten allein nicht ableiten.
Zuhörer: Wie groß war denn die Stichprobe?
Vortragende: Rund zweihundert Personen — die Aussagekraft ist also begrenzt.
Zuhörer: Danke, das ordnet die Ergebnisse gut ein.
Präsentation & Nachfrage
Tap to listen.
🎙 Präsentieren Sie ein (erfundenes) Studienergebnis in drei bis vier Sätzen: Ergebnis, Methode, eine Einschränkung. Verwenden Sie mindestens eine Passiv- oder Passiversatzform.
- Unsere Untersuchung zeigt, dass …
- Die Daten wurden … erhoben.
- Einschränkend ist allerdings zu sagen, dass …
- Ein kausaler Zusammenhang lässt sich daraus (noch) nicht ableiten.
1. Bringen Sie das Präsentationsgespräch in die richtige Reihenfolge.
Tap the tiles below…2. Ordnen Sie der Redeabsicht das passende Redemittel zu.
- eine Einschränkung nennen
- auf einen Einwand reagieren
- ein Ergebnis zusammenfassen
- Vorsicht signalisieren
Hören: Vortragsstruktur & Betonung
15 minIn wissenschaftlichen Vorträgen signalisieren Gliederungssignale („zunächst“, „im Folgenden“, „abschließend“) die Struktur. Die Betonung solcher Signalwörter hilft, dem Gedankengang zu folgen. Hören Sie auf diese Wegweiser.
Vortragsausschnitt
Tap to listen.
1. Welche Struktur kündigt der Sprecher an?
2. Wozu dient der Einschub „und ich betone das“?
Hören
Tap to listen.
3. Gliederungssignale wie „zunächst“ und „abschließend“ helfen dem Zuhörer, dem Aufbau zu folgen.
4. Welche Betonung erwartet man bei einer Aufzählung, die noch nicht abgeschlossen ist?
Lesen: Grenzen einer Studie
16 minLesen Sie den Abschnitt aus einer Fachpublikation: „Die vorliegende Untersuchung legt nahe, dass regelmäßige Bewegung das Konzentrationsvermögen verbessert. Allerdings ist Vorsicht geboten: Die Stichprobe war klein und regional begrenzt, und die Erhebung stützte sich auf Selbstauskünfte, die bekanntlich verzerrt sein können. Ein kausaler Zusammenhang lässt sich auf dieser Grundlage nicht zweifelsfrei nachweisen. Die Ergebnisse sind daher als vorläufig zu betrachten und bedürfen der Bestätigung durch größere Studien.“
1. Die Autoren behaupten, einen kausalen Zusammenhang bewiesen zu haben.
2. Welche Einschränkung wird NICHT genannt?
3. Fassen Sie die genannten Einschränkungen der Studie in eigenen Worten zusammen (zwei bis drei Sätze).
- Die Autoren nennen mehrere Einschränkungen: Zum einen …
- Zum anderen …
- Daher betrachten sie die Ergebnisse als …
0 Wörter / 30Ich habe mindestens zwei Einschränkungen genannt. · Ich habe eigene Formulierungen verwendet. · Ich habe die Vorläufigkeit erwähnt.
Üben: Wissenschaftlich formulieren
14 minGemischte Übung — Passiv, Vorbehalt, Präzision.
1. alltagssprachlich → wissenschaftlich
Wir haben ganz viele Leute gefragt und die meisten fanden das gut.
2. Aktiv → Passiv (Vorgangspassiv).
Man hat die Ergebnisse mehrfach überprüft.
3. Ordnen Sie der starken Behauptung die vorsichtige Variante zu.
- Das beweist, dass …
- Es ist sicher, dass …
- Alle …
- immer
4. Welcher Satz ist am vorsichtigsten formuliert?
Üben: Nominalisierung im Text
14 minWeitere gemischte Übung — Verbal- und Nominalstil im wissenschaftlichen Text.
1. Ordnen Sie die Sätze zu einem kohärenten Abstract.
Tap the tiles below…2. Verbalstil → Nominalstil.
Weil die Daten ausgewertet wurden, konnte man den Trend erkennen.
3. Bilden Sie einen wissenschaftlichen Satz.
Tap the tiles below…4. Drückt der Ausdruck einen Beleg oder einen Vorbehalt aus?
- sofern die Daten stimmen
- statistisch signifikant
- unter dem Vorbehalt, dass
- empirisch nachgewiesen
Üben: Passiv-Varianten
14 minGrammatikfokus — Passiv und alle Passiversatzformen.
1. Passiv mit Modalverb → Passiversatz mit „sich lassen“.
Die These kann leicht widerlegt werden.
2. Passiversatz mit -bar → Passiv mit Modalverb.
Der Effekt ist messbar.
3. Die Daten ___ anonym erhoben. (Vorgangspassiv Präsens)
4. Die Untersuchung ist bereits abgeschlossen — hier steht das Zustands___.
5. Welche Passiversatzform liegt vor?
- Man überprüft die Werte.
- Die Werte sind zu überprüfen.
- Das lässt sich überprüfen.
- Man kann es nachweisen.
Test & Wiederholung
20 minAbschlusstest der Einheit 2 — kein neuer Stoff.
1. Welche Aussage ist wissenschaftlich am angemessensten?
2. Aktiv → Passiv.
Die Universität führte die Studie durch.
3. Passiv mit Modalverb → „sein + zu + Infinitiv“.
Die Grenzen der Studie müssen berücksichtigt werden.
4. Ordnen Sie den Ausdruck der richtigen Funktion zu.
- Es zeigte sich, dass …
- Einschränkend ist zu sagen, dass …
- aufgrund der kleinen Stichprobe
- Die Auswertung ergab, dass …
5. Schreiben Sie einen kurzen Abstract (Zusammenfassung) für eine erfundene Studie: Fragestellung, Methode, Ergebnis und eine Einschränkung. Verwenden Sie Passiv und mindestens eine Nominalisierung.
- Die Studie untersucht, ob/inwiefern …
- Zu diesem Zweck wurden … erhoben.
- Die Auswertung ergab, dass …
- Einschränkend ist festzuhalten, dass … Die Ergebnisse sind daher als vorläufig zu betrachten.
0 Wörter / 60Ich habe Fragestellung, Methode, Ergebnis und Einschränkung genannt. · Ich habe mindestens eine Passivform verwendet. · Ich habe wissenschaftlich vorsichtig formuliert. · Ich habe mindestens eine Nominalisierung genutzt.