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C1 · Unit 2
Wissenschaft & Forschung
Forschung und wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenfassen, präsentieren und mit Vorbehalten kritisch einordnen.
Passiv-Varianten · Nominalisierung · 11 lessons · about 171 min
- 1. Wortschatz (Vocabulary)Wortschatz: Forschung & Erkenntnis14 min
- 2. Wortschatz (Vocabulary)Wortschatz: Methode & Kollokationen15 min
- 3. Wortschatz (Vocabulary)Wortschatz: Bewerten & Relativieren15 min
- 4. Grammatik (Grammar)Grammatik: Passiv-Varianten & Passiversatz18 min
- 5. Kommunikation (Communication)Kommunikation: Ergebnisse präsentieren16 min
- 6. Hören (Listening)Hören: Vortragsstruktur & Betonung15 min
- 7. Lesen (Reading)Lesen: Grenzen einer Studie16 min
- 8. Übung (Practice)Üben: Wissenschaftlich formulieren14 min
- 9. Übung (Practice)Üben: Nominalisierung im Text14 min
- 10. Übung (Practice)Üben: Passiv-Varianten14 min
- 11. Übung (Practice)Test & Wiederholung20 min
Everything in this unit — words, grammar and dialogues
Wortschatz · Wortschatz: Forschung & Erkenntnis
Wissenschaftliches Sprechen unterscheidet sorgfältig zwischen These, Hypothese und gesicherter Erkenntnis. Wer eine These aufstellt, muss sie belegen oder riskiert, widerlegt zu werden.
- die Forschung — die systematische Suche nach neuem Wissen (research)Die Forschung steckt in diesem Bereich noch in den Anfängen.
- die Hypothese — eine Vermutung, die man aufstellt, um sie zu testen (hypothesis)Die Hypothese ließ sich im Experiment nicht bestätigen.
- die These — eine Behauptung, die man vertritt und begründen muss (thesis / claim)Er verteidigte seine These mit zahlreichen Beispielen.
- die Erkenntnis — etwas, das man durch Untersuchung sicher weiß (insight / finding)Diese Erkenntnis stellt bisherige Annahmen infrage.
- der Nachweis — ein Beweis, der eine Behauptung absichert (proof / evidence)Ein eindeutiger Nachweis steht bislang aus.
- die Annahme — etwas, das man ohne Beweis voraussetzt (assumption)Die Rechnung beruht auf einer fragwürdigen Annahme.
- die Stichprobe — die Gruppe, die stellvertretend für alle untersucht wird (sample)Die Stichprobe war zu klein, um verlässlich zu sein.
- der Zusammenhang — eine Verbindung zwischen zwei Größen (connection / correlation)Ein kausaler Zusammenhang ist damit noch nicht bewiesen.
- die Wechselwirkung — gegenseitiger Einfluss zweier Größen aufeinander (interaction)Zwischen den Faktoren bestehen komplexe Wechselwirkungen.
- belegen — mit Daten oder Quellen absichern (to substantiate / prove)Diese Behauptung lässt sich mit Daten belegen.
- nachweisen — durch Untersuchung zweifelsfrei zeigen (to demonstrate / prove)Ein Zusammenhang konnte statistisch nachgewiesen werden.
- widerlegen — beweisen, dass eine Behauptung nicht stimmt (to refute)Die Studie widerlegt eine weit verbreitete Annahme.
- erforschen — einen Gegenstand systematisch untersuchen (to investigate / research)Der Mechanismus ist bislang kaum erforscht.
- überprüfen — noch einmal genau kontrollieren, ob etwas stimmt (to verify / examine)Die Ergebnisse müssen unabhängig überprüft werden.
Wortschatz · Wortschatz: Methode & Kollokationen
Wissenschaftssprache lebt von festen Kollokationen: man führt eine Studie durch, erhebt Daten und kommt zu einem Schluss. Achten Sie auf das jeweils passende Verb.
- das Verfahren — der festgelegte Weg, auf dem man zu einem Ergebnis kommt (procedure / method)Das Verfahren gilt als zuverlässig und reproduzierbar.
- die Erhebung — das Sammeln von Daten für eine Untersuchung (survey / data collection)Die Erhebung erfolgte anonym und freiwillig.
- die Auswertung — die Analyse gesammelter Daten (analysis / evaluation)Die Auswertung der Daten dauerte mehrere Monate.
- die Aussagekraft — wie viel ein Ergebnis wirklich belegt (significance / explanatory power)Die Aussagekraft der Studie ist wegen der Fallzahl begrenzt.
- die Verzerrung — ein systematischer Fehler, der das Ergebnis verfälscht (bias / distortion)Eine systematische Verzerrung kann das Ergebnis entwerten.
- der Durchbruch — ein entscheidender Fortschritt nach langem Stillstand (breakthrough)Von einem Durchbruch zu sprechen, wäre verfrüht.
- zu dem Schluss kommen — am Ende einer Prüfung zu einem Ergebnis gelangen (to reach the conclusion)Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass weitere Studien nötig sind.
- Daten erheben — Messwerte oder Antworten systematisch sammeln (to collect data)Die Daten wurden über zwei Jahre hinweg erhoben.
- eine Studie durchführen — eine Untersuchung planen und tatsächlich umsetzen (to conduct a study)Die Studie wurde an drei Universitäten durchgeführt.
- zugrunde liegen — die Grundlage von etwas bilden (to underlie)Welche Daten liegen dieser Grafik zugrunde?
- den Nachweis erbringen — zeigen können, dass eine Behauptung stimmt (to provide proof)Bisher konnte niemand den Nachweis erbringen.
- signifikant — so deutlich, dass Zufall als Erklärung unwahrscheinlich wird (significant (statistically))Der Unterschied ist statistisch signifikant.
- empirisch — auf Beobachtung und Messung gestützt, nicht auf Theorie (empirical)Die These ist empirisch bislang nicht abgesichert.
- reproduzierbar — so, dass andere dasselbe Ergebnis noch einmal erzielen (reproducible)Ein Ergebnis muss reproduzierbar sein, um zu zählen.
Wortschatz · Wortschatz: Bewerten & Relativieren
Wissenschaftliches Schreiben ist vorsichtig: Man relativiert, macht Einschränkungen und formuliert Vorbehalte. Adjektive wie vorläufig, umstritten oder stichhaltig signalisieren, wie belastbar eine Aussage ist.
- fundiert — gut begründet und auf sicherem Wissen gebaut (well-founded)Ihre Kritik ist sachlich fundiert.
- stichhaltig — einer Prüfung standhaltend, ohne Lücke in der Begründung (cogent / valid)Das ist ein stichhaltiges Argument.
- plausibel — einleuchtend, aber noch nicht bewiesen (plausible)Die Erklärung klingt plausibel, ist aber unbewiesen.
- vorläufig — nur für den Moment gültig, später möglicherweise anders (preliminary)Es handelt sich um vorläufige Ergebnisse.
- umstritten — so, dass Fachleute sich darüber streiten (contested / disputed)Die Methode ist in der Fachwelt umstritten.
- fragwürdig — so, dass ernsthafte Zweifel angebracht sind (questionable / dubious)Die Schlussfolgerung erscheint methodisch fragwürdig.
- vermeintlich — so, wie es fälschlich angenommen wird (supposed / alleged)Der vermeintliche Beweis hielt der Prüfung nicht stand.
- die Einschränkung — ein Zusatz, der die Reichweite einer Aussage verkleinert (limitation / qualifier)Mit einer wichtigen Einschränkung: Die Daten sind alt.
- der Vorbehalt — eine Bedingung, unter der man einer Sache nur teilweise zustimmt (reservation / caveat)Ich stimme dem nur unter Vorbehalt zu.
- die Tragweite — wie weit die Folgen einer Sache reichen (scope / significance)Die Tragweite dieser Entdeckung ist noch nicht absehbar.
- die Verallgemeinerung — der Schluss von wenigen Fällen auf alle (generalisation)Eine solche Verallgemeinerung lässt sich nicht rechtfertigen.
- relativieren — eine Aussage abschwächen und in ein Verhältnis setzen (to qualify / put in perspective)Die Autorin relativiert ihre eigene Aussage sofort wieder.
- einordnen — etwas in einen größeren Zusammenhang stellen (to contextualise / classify)Man muss die Zahlen in den historischen Kontext einordnen.
- zutreffen — auf einen Fall wirklich passen (to be accurate / apply)Diese Beschreibung trifft nur teilweise zu.
Grammatik · Grammatik: Passiv-Varianten & Passiversatz
Wissenschaftssprache bevorzugt das Passiv, weil der Handelnde oft unwichtig ist. - Vorgangspassiv: Die Daten werden erhoben. - Zustandspassiv: Die Studie ist abgeschlossen. - Passiversatzformen (Passiversatz): - man: Man erhebt die Daten. - sich lassen: Das lässt sich nachweisen. (= kann nachgewiesen werden) - sein + zu + Infinitiv: Der Effekt ist kaum nachzuweisen. - -bar: Das Ergebnis ist reproduzierbar. (= kann reproduziert werden)
- die Objektivität — die Freiheit von persönlicher Voreingenommenheit (objectivity)Vollständige Objektivität ist ein Ideal, kein Zustand.
- die Voraussetzung — eine Bedingung, die erfüllt sein muss, damit etwas gilt (prerequisite)Eine saubere Methode ist die Voraussetzung für Vertrauen.
- gegenüberstellen — zwei Dinge nebeneinanderlegen, um sie zu vergleichen (to juxtapose / contrast)Der Autor stellt beide Positionen kritisch gegenüber.
Kommunikation · Kommunikation: Ergebnisse präsentieren
Beim Präsentieren von Forschung wechseln sich Vortrag und kritische Nachfrage ab. Man fasst zusammen, benennt Einschränkungen und antwortet sachlich auf Einwände.
Vortragende: Unsere Erhebung zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Schlaf und Konzentration.
Zuhörer: Bedeutet ein Zusammenhang hier auch schon eine Ursache?
Vortragende: Eine berechtigte Nachfrage. Kausalität lässt sich aus unseren Daten allein nicht ableiten.
Zuhörer: Wie groß war denn die Stichprobe?
Vortragende: Rund zweihundert Personen — die Aussagekraft ist also begrenzt.
Zuhörer: Danke, das ordnet die Ergebnisse gut ein.
Hören · Hören: Vortragsstruktur & Betonung
In wissenschaftlichen Vorträgen signalisieren Gliederungssignale („zunächst“, „im Folgenden“, „abschließend“) die Struktur. Die Betonung solcher Signalwörter hilft, dem Gedankengang zu folgen. Hören Sie auf diese Wegweiser.
Lesen · Lesen: Grenzen einer Studie
Lesen Sie den Abschnitt aus einer Fachpublikation: „Die vorliegende Untersuchung legt nahe, dass regelmäßige Bewegung das Konzentrationsvermögen verbessert. Allerdings ist Vorsicht geboten: Die Stichprobe war klein und regional begrenzt, und die Erhebung stützte sich auf Selbstauskünfte, die bekanntlich verzerrt sein können. Ein kausaler Zusammenhang lässt sich auf dieser Grundlage nicht zweifelsfrei nachweisen. Die Ergebnisse sind daher als vorläufig zu betrachten und bedürfen der Bestätigung durch größere Studien.“
Übung · Üben: Wissenschaftlich formulieren
Gemischte Übung — Passiv, Vorbehalt, Präzision.
Übung · Üben: Nominalisierung im Text
Weitere gemischte Übung — Verbal- und Nominalstil im wissenschaftlichen Text.
Übung · Üben: Passiv-Varianten
Grammatikfokus — Passiv und alle Passiversatzformen.
Übung · Test & Wiederholung
Abschlusstest der Einheit 2 — kein neuer Stoff.